Heimatmuseum Loßburg
Loßburg - Im Herzen des Schwarzwalds!

Geschichte des Loßburger Rathauses


Erster Bau 1838
Loßburtger Schul-, Wohn- und Rathaus

Das Foto entstand 1909

Die langjährige Planung eines mehrfach genutzten Gebäudes wurde 1838 verwirklicht. Vorgesehen waren:

Zwei Räume als Rathaus im Erdgeschoss, zwei große Schulräume, je einer im Erdgeschoss und im 1. Stock, eine große Wohnung für den Oberlehrer im 1. Stock und ein Zimmer im Dachgeschoss der südlichen Giebelseite für den Unterlehrer. Gegenüber die Bühne, die als Lagerraum der Lehrerfamilie, Schule und dem Rathaus vorbehalten blieb.

Die Umbauten der folgenden Jahre waren geringfügig. Erwähnenswert ist, dass während des 2. Weltkrieges in einem Lagerraum des Kellers ein „Bunker”  mit besonders dicken Wänden (wegen Bombengefahr) zur Aufbewahrung der Lebensmittel- und Kleiderkarten sowie wertvoller Dokumente eingerichtet wurde.

1954 entstand auf der Ackerscheuer ein Lehrerwohngebäude, in das der Hauptlehrer aus der Rathaus-Dienstwohnung zog. Nach dem Neubau der Eduard-Breuninger-Schule, ebenfalls 1954, stand das Gebäude vollständig als Rathaus zur Verfügung.

 

Neubau des Rathauses 1963

1961 beauftragte der Loßburger Gemeinderat den Stadtbaumeister Ludwig Schweizer mit dem Neubau des Rathauses. Professor Schweizer beließ den Grundriss, riss aber das Gebäude bis zum Erdgeschoss ab und errichtete nach der nebenstehenden Zeichnung einen vollen 1. Stock und ein ausgebautes Dachgeschoss.

1963 bezog, nach einem schwierigen Umbau im eisigen Winter, die Rathaus-Mannschaft das neue Rathaus der Gemeinde Loßburg, die damals etwa 2.500 Einwohner hatte. Jahre später erfolgte der einstöckige Anbau für eine Gemeinde-Waschküche und einen Schlachtraum als öffentliche Einrichtungen.

Nach der Gemeinde-Gebietsreform mit den Eingemeindungen im Jahr 1974 zählte Loßburg über 5.000 Einwohner und wuchs in den folgenden Jahren weiter an. Im Rathaus entstand schon bald wieder Raumnot. Abhilfe verschuf vorerst der Umzug der Kurverwaltung ins ehemalige Kino. Waschküche und Schlachtraum wurden für weitere Dienstzimmer aufgegeben.

Überlegungen den einstöckigen Anbau durch einen zweigeschossigen zu ersetzen wurden zu den Akten gelegt. Der Wunsch eines neuen Rathauses entstand Mitte der 1970er Jahre. Die Realisierung sollte allerdings noch fast drei Jahrzehnte auf sich warten lassen.

Seit dem 13. September 2003 steht es in der neuen Ortsmitte zwischen Loßburg und Rodt und gilt als Symbol für den erfolgreichen Aufstieg der Gesamtgemeinde.

Nach notwendiger Renovierung und intensiver Arbeit einer Museumsgruppe, die das alte Rathaus „museal” einrichtete, wurde das ehemalige Schul-, Wohn- und Rathaus als Heimatmuseum „Altes Rathaus” am 20. Mai 2005 eingeweiht.

 

Ludwig Schweizer
Der Erbauer des Loßburger Rathauses

Nach dem Muster seiner Stadtbaumeistertätigkeit in Freudenstadt, begleitet uns seine einheitliche Gestaltung auch im Projekt „Loßburger Rathaus“ - außen wie innen - in jedem Raum, Aufgang und Flur.

Wer das Stadthaus in Freudenstadt kennt, findet in unserem ehemaligen Rathaus die gleichen Architekturmotive; so das Türmchen auf dem Dach, der Sitzungssaal mit gewölbter Decke, der Erker als verträumter Ausbau für Ruhesuchende, der Einsatz von heimischen Hölzern, die Heizungsverkleidung in den unteren Räumen, das Sonnenmotiv an Leuchten in Zimmern und Fluren.

Seine Lebensdaten:

1910

In Schramberg am 8. Dezember geboren

1926

Umzug nach Ravensburg, Praktikum in Weimar im „Van-den-Velde-Gebäude“

1932

Architektur-Studium an der Technischen Hochschule in Stuttgart

1946

Wohnhaft in Crailsheim, er ist für zwei Jahre am Wiederaufbau der Stadt beteiligt

1949

Amt des Stadtbaurates in Schwenningen für kurze Zeit

1949

Freudenstadts Bürgermeister Hermann Saam findet für den Wiederaufbau mit Ludwig Schweizer seinen Stadtbaumeister

1954

Der Wiederaufbau Freudenstadt wird abgeschlossen

1956

Verleihung des Professorentitels durch die baden-württembergische Staatsregierung 

1963

Bau des Loßburger Rathauses

1974

Auszeichnung mit der Bürgermedaille von Freudenstadt

1989

stirbt Ludwig Schweizer am 10. Juni im Alter von 78 Jahren in Freudenstadt

 

Neues Loßburger Rathaus

Das neue Dienstleistungszentrum für die Gemeinde Loßburg ist am 13. und 14. September 2003 nach einer Bauzeit von nicht ganz zwei Jahren seiner Bestimmung übergeben worden.

Mit dem Rathausneubau, einschließlich Tiefgarage und neu geschaffenem Marktplatz, wurde das Herzstück der neuen Ortsmitte von Loßburg fertig gestellt.

Das Rathaus ist zentraler Anlauf- und Mittelpunkt der gesamten Bürgerschaft. Es wurde nicht nur für die heutige Generation gebaut, sondern soll den nachfolgenden Generationen als Haus der Partnerschaft zwischen Bürger, Gemeinderat und Gemeindeverwaltung dienen.

Der damalige Bürgermeister Thilo Schreiber drückte in seiner Ansprache zur Einweihung zu recht Stolz auf das Geschaffene aus. Ein lange gehegter Wunsch ging mit neuem Rathaus und Marktplatz in Erfüllung.